Vitamin D ist unverzichtbar für den Kalziumhaushalt und kann z.B. folgenden Erkrankungen entgegenwirken
Osteoporose
Rachitis
Osteomalazie
Synonym:
Vitamin D ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene D-Vitamine, meistens ist aber Vitamin D3 gemeint.
Die Gruppe der fettlöslichen D-Vitamine besteht aus:
Vitamin D1, eine Mischung im Verhältnis 1:1 von Vitamin D2 und Lumisterol
Vitamin D2, oder Calciferol, bzw. Ergocalciferol (in Pflanzen)
Vitamin D3, auch bekannt als Cholecalciferol, Colecalciferol, Calciferol oder Calciol
Vitamin D4, eine gesättigte Form von D2
Vitamin D5, oder Sitocalciferol
Aufgaben:
Die in der Leber gebildete Vorstufe 7-Dehydrocholesterol wird in der Haut durch UV-Licht (UVB-Strahlung) zu Vitamin D3 (Cholecalciferol) umgewandelt. Zusätzlich wird Vitamin D3 mit der Nahrung aufgenommen.
Vitamin D3 wird in der Leber umgewandelt zu 25-Hydroxycholecalciferol. Aus 25-Hydroxycholecalciferol, unter Einfluss von Parathormon, entsteht in der Niere das aktive 1,25-Dihydroxycholecalciferol (D-Hormon, Calcitriol).
Vitamin D wird im Fettgewebe und im Muskelgewebe gespeichert.
1,25-Dihydroxycholecalciferol fördert die Kalzium- und Phosphatresorption im Darm und die Kalzium- und Phosphatrückresorption in der Niere. Somit ist Vitamin D3 wichtig für den Kalziumhaushalt und den Auf – und Abbau des Knochens. Außerdem wird das Immunsystem unterstützt, denn Vitamin D3 unterstützt die Bildung der Abwehrzellen. Es gibt auch Hinweise für eine Schutzwirkung gegen Tumore.
Vorkommen:
Nennenswerte Mengen finden sich nur in tierischen Produkten und da besonders in Fisch, Lebertran, Eigelb und Milchprodukten. Pflanzen liefern nur Vitamin D2 (Ergocalciferol), daher nehmen Vegetarier weniger Vitamin D3 zu sich als Fleisch – oder Fischesser.
Grundsätzlich ist die Nahrung ein schlechter Vitamin D – Lieferant.
90 Prozent des Vitamin D3-Bedarfs deckt der erwachsene Mensch durch die eigene Herstellung im Körper unter dem Einfluss von Sonnenlicht auf unbedeckte Haut. In den Sommermonaten reichen 3 mal 15 Minuten Sonnenbestrahlung pro Woche, um genug Vitamin D zu produzieren. Unter optimalen Bedingungen kann die Haut eines jungen erwachsenen Menschen 10.000 bis 20.000 IE (also 250 bis 500 µg) Vitamin D täglich bilden.
Die Aufnahme mit der Nahrung ist bei genügender Sonneneinstrahlung von geringerer Bedeutung
Dosierung:
Die deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Menschen:
Von 2 -65 Jahren - täglich 5 Mikrogramm (µg) Vitamin D.
Bis 1 Jahr und ab 65 Jahre - täglich 10 Mikrogramm (µg) Vitamin D
1 µg entspricht 40 IE Vitamin D3.
Säuglinge nehmen oft nicht genug Vitamin D über die Muttermilch auf und bei älteren Menschen ist der 7-Dehydrocholesterol – Gehalt in der Haut vermindert und die Eigenproduktion um den Faktor 3 gesenkt.
Der Lichtmangel der modernen Gesellschaft und die korrelierten Krankheiten führen jedoch dazu, dass diese Empfehlungen von vielen Wissenschaftlern als unzureichend angesehen werden. Die meisten Autoren sehen für Erwachsene eine Zufuhr von täglich 4000 IE ( 100 µg ) über einen Zeitraum von 6 Monaten als sicher an, das heißt ohne nachweisbare Nebenwirkungen.
Überdosierung:
Bei bestimmten Erkrankungen wie Sarkoidose, Tuberkulose und Krebserkrankungen kann es zu einer erhöhten Vitamin D3- Konzentration kommen, die sich in einer Hypervitaminose oder einer Hyperkalzämie äußern kann. Auch eine Überfunktion der Nebenschilddrüse, eine Unterfunktion der Schilddrüse und die künstliche Zufuhr von Vitamin D3 können dazu führen.
Eine langfristige Überdosierung kann zu Nierenerkrankungen und Nierensteinen führen.
Eine kurzfristige Überdosierung kann sich durch Appetitlosigkeit, starkem Durst, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Herzrhythmusstörungen bemerkbar machen.
Mangel:
Leider ist die sonnenlichtgesteuerte Vitamin D – Produktion behindert von z.B. Lichtschutzfiltern in Sonnencremes und ungenügender Sonnenexpositionszeit (z.B. Winter), dazu kommt ein Mangel durch mäßigen Fettfischkonsum.
Bestimmte Medikamente (Antiepileptika), eine Cadmiumvergiftung, Darm-, Leber-, oder Nierenerkrankungen und Mangelernährung können zu einem Vitamin D – Mangel führen.
Ein erhöhter Bedarf liegt außerdem vor in der Schwangerschaft, während der Stillzeit, bei Kindern und Vegetariern.
In Deutschland werden den meisten Säuglingen im ersten Lebensjahr und eventuell noch im zweiten Jahr täglich eine Tablette mit 12,5 µg Vitamin D3 (500 IE) zur Rachititsprophylaxe gegeben. Rachitis ist eine Knochenveränderung bei Kindern. Durch das Fehlen von Vitamin D wird zu wenig Kalzium und Phosphat in den Knochen eingebaut und er verformt sich.
Bei Erwachsenen nennt sich diese Knochenerweichung Osteomalazie.
Außerdem begünstigt ein Vitamin – D – Mangel eine Osteoporose, eine häufige Erkrankung im Alter und während der Wechseljahre.
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